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Schnaps brennen
Gesetze

Im 15. Jahrhundert wurde die Branntweinsteuer erfunden. Sie ist in leicht veränderter Form noch heute Bestandteil allgemeiner Steuer.

Ab dem 19. Jahrhundert vereinfachte man die Berechnungsgrundlagen und besteuerte nur noch den für das Brennen benötigten Maischeraum.

In den Grundzügen ist diese Besteuerung noch bis heute erhalten geblieben.

 

Nach dem Gesetz gelten Getränke mit einem Mindestalkoholgehalt von 15 Volumenprozent, die zum Verzehr bestimmt sind und aus landwirtschaftlichen Produkten durch Gärung und Destillation gewonnen werden, zu Spirituosen.

Wie überall ist auch hier ohne Zutun der Staat rechtmäßiger Mitverdiener.

Jeder der unangemeldet Alkohol brennt, wird automatisch zum Steuersünder. Dies gilt auch dann, wenn man Alkohol für den Eigenbedarf hergestellt. 

Rohstoffe

Alles was durch Gärung eine alkoholhaltige Flüssigkeit entwickelt, kann gebrannt werden. Für Gartenfreunde stehen sicherlich die eigenen im Garten geernteten Früchte auf der Favoritenliste.

Diese sollten mit Hilfe von Reinzuchthefen zum Gären gebracht werden. Aus diesem Prozess heraus entsteht Kohlendioxyd und Alkohol. Zu erkennen ist der Vorgang an baldiger Schaumbildung, die schnell zum Höhepunkt erwächst und schließlich nach und nach abschwächt.

Je mehr Zucker in Alkohol umgewandelt wurde, um so weniger Gase entstehen. Ist der Vorgang abgeschlossen, hört die Gasbildung auf und die so genannte Maische ist fertig zum Brennen. 

Schematische Darstellung einer Brennanlage

 

  Bilder/schnap1.gif

Durch die Feuerstelle wird die in der Brennblase befindliche Maische gleichmäßig erhitzt. Im Helm wird der aufsteigende Dampf gesammelt. Im Geistrohr kondensiert der Alkohol und wird im Kühler gesammelt und abgekühlt.

Rauhbrand

Ein Brennvorgang dauert in der Regel zwischen zwei und zweieinhalb Stunden. In Abhängigkeit vom Ausgangsmaterial, der Brennanlage und der Qualität des Endproduktes, gleicht kein Brennvorgang dem anderen.

Das Produkt aus dem ersten Brenndurchgang nennt man Roh- oder Rauhbrand.

Der Rauhbrand besitzt je nach Ausgangsmaterial zwischen 17 und 25 Volumenprozent Alkohol. Neben dem reinen Äthylalkohol befinden sich in der gewonnenen Flüssigkeit noch andere für den menschlichen Organismus schädliche Substanzen (Fuselstoffe). Diese verleihen der Flüssigkeit den Namen Roh- oder Raubrand. Dieser sollte auch nur wasserverdünnt verkostet werden.

Feinbrand

Der Feinbrand dient dazu, aus dem Rauhbrand ein hochwertiges Destillat herzustellen und gliedert sich in Vor-, Mittel- und Nachlauf. Der trinkbare Brand wird aus dem Mittellauf gewonnen.  Hierbei werden die negativ beeinflussenden Geschmacksstoffe entfernt und der Alkoholgehalt der Flüssigkeit erhöht.

Der Vorlauf

Der Rauhbrand wird wieder in die Brennblase gefüllt und sehr vorsichtig erhitzt. Auf diese Art werden leichtflüchtige und aromaschädigende Stoffe ausgeschieden.

Bei zu schnellem Erwärmen besteht die Gefahr, dass neben den Fuselstoffen auch wertvolle Aromastoffe mit in den Vorlauf gelangen. Als Richtlinie sollte das Destillat nach etwa einer Stunde zu tropfen beginnen.

Der Mittellauf

Wann man vom Vor- auf den Mittellauf umstellt, wird in der Regel durch ständiges Verkosten des Destillates bestimmt. Dies geschieht durch Riechen und Schmecken der Flüssigkeit. Riecht und schmeckt das Destillat einwandfrei, kann auf Mittellauf umgestellt werden.

Beim Mittellauf muss der Rauhbrand in der Brennblase ebenfalls langsam und gleichmäßig abgebrannt werden. Dies setzt eine stets gleichmäßige Temperatur an der Brennblase voraus.

Nach dem gleichen Prinzip wird der Zeitpunkt der Umstellung vom Mittellauf auf den Nachlauf ermittelt. Lässt die Qualität des Destillates nach, wird auf Nachlauf umgestellt. So kann man am ehesten verhindern, dass Fuselstoffe in das Destillat gelangen.

Der Nachlauf

Der Nachlauf enthält einen durchschnittlichen Alkoholgehalt von 15 bis 25 Volumenprozent und unerwünschte Substanzen wie Fuselöle, Fettsäuren und Ester. Er umfasst etwa 25 % des Rauhbrandes. Das Abbrennen des Nachlaufes kann im Gegensatz zum Vor- und Mittellauf auch schneller erfolgen, da er keinen Einfluss mehr auf die Qualität des Brandes hat.

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Schnapslinks

 

Die Absinth-Seite bietet Informationen über die Geschichte und die Wirkung von Absinth (ähnlich unserem Ulrichsbergbitter).

Auf der österreichischen Homepage der Schnapsnasen finden Sie ein hervorragendes Lexikon aller Destillate: neben Obstbränden sind auch Getreidebrände, Weinbrände, Tresterbrände usw. erklärt. Auch noch so ausgefallene Destillatnamen kann man hier kurz nachlesen.

Mit einigem Einfallsreichtum, guten Ideen und unter Berücksichtigung der physikalisch- chemischen Randbedingungen können selbst aus einfachen Küchengeräten Brennanlagen gebastelt werden. In diesem Fall dient ein großer Emailtopf als Kessel und ein Wok als Kühler. Das Auffanggefäß für das Destillat befindet sich im Topf.

Um auf die Neuseeländische Hompage, die außer die Bauanleitung dieser Anlage auch interessante Tipps und Rezepte enthält, zu gelangen, klicken Sie hier.

Im Alkohol-Lexikon finden Sie wissenschaftliche Betrachtungen des Alkohols: physikalische Eigenschaften, chemische Reaktionen, Analytik, Natürlich gibt's auch ein Kapitel über die Herstellung. Auch das Thema Alkoholismus wird behandelt.

Dieses Whisky-Portal bietet eigentlich alle Infos, die mit Whisky zu tun haben: Daten und Fakten, Whiskymarken, Distillerien, Infos über die Regionen und natürlich auch kommerzielle Links.

Diese Distiller-Homepage bietet ausgezeichnete Informationen für Personen, die Brennanlagen selbst bauen möchten: genaue Bauanleitungen, Berechnungen, zahlreiche Fotos von Anlagen. Die Seite ist in englisch.

Quellen: 

http://www.schnaps.co.at/

Herbert Herbst, "Schnaps brennen", Ludwig

 

Bezugsquelle für Brennanlagen und Zubehör: http://www.schnaps.co.at/

 

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Aktualisiert Klaus Thiem, Montag, 02. Oktober 2006 22:03:08

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