Die im Mittelalter
aus Feldsteinen errichtete Taborkirche, wurde schätzungsweise bereits um 1230
mit meterdicken Mauern errichtet.
Eine Legende besagt, dass sie dem Heiligen
Willibrord, einem friesischen Bischof, geweiht wurde, der sich damals stark für Kinder
einsetzte.
Ihr Name bezieht sich auf den Berg Tabor
("Berg der Verklärung", biblische Geschichte um die Protzsucht der
Menschen) in Palästina.
Mehrmals in der
Geschichte der Kirche musste sie ihren Turm einbüßen. Nach einem Fachwerkturm,
einem Spitzturmdach und schließlich einer Barockhaube, die aufgrund ihres
Gewichtes 1953 abgetragen werden musste, steht sie seither kirchturmlos an der
Hauptstraße.
Zwei Apolda-Glocken
von 1919 sorgen regelmäßig im Garten für einen Dreiklang in A-Dur.
Besonderheiten der
Innenausstattung der Feldsteinkirche sind das Drei-Strahl-Deckengewölbe und der
aus Wartenberg stammende Marienaltar von 1450. Die kleine Orgel wurde 1862 von
Albert Lang gebaut und war ein Geschenk von Friedrich Wilhelm IV.
Da ihr Pedal nicht
wie üblicherweise hinter, sondern aus Platzgründen unter dem Orgelwerk steht,
ist sie die einzige ihrer Art in Berlin und Brandenburg.
Der Kanzelkorb
stammt aus der Zeit um 1600 und ist mit Bibelversen des Alten und Neuen
Testaments in deutscher Schrift versehen.
In den historischen
Fahnenstangen stehen die Initialen G und J. Ein sächsischer Kurfürst Johann
Georg trug sie 1694 in der legendären Schlacht.
1899 fuhr die Elektrische bis zum Schulhaus.
Zu diesem Zeitpunkt wurde aus der Dorfstraße die Hauptstraße.
1909 wurde das Rathaus
erbaut. Gleich gegenüber, an der Berliner Straße 1, entstand 1913/14 das imposante Geschäfts- und Wohngebäude, heute ein aufpoliertes Schmuckstück, und dort, wo heute die „italienische Tropfsteinhöhle“ lockt, ging es damals zum 1. Ehestandsschoppen. Robert Schultzes Etablissement „Gasthof zum Storchennest“, ein Ausflugslokal mit großem Garten, Saal und Bühne, wurde Opfer des zweiten Weltkriegs. Auch das Pfarrhaus samt Garten an der Hauptstr. 39 musste 1978 weichen. An seiner Stelle steht heute das Ausländerwohnheim an der
Rhinstraße. Doch ein kleines Stück Hauptstraße hat sich behauptet: Am Bogen zur Marzahner Straße ist originales denkmalgeschütztes Kopfsteinpflaster erhalten.
Viel ist vom ehemaligen Dorfkern nicht übrig geblieben. Neben der Taborkirche steht noch die alte Dorfschule (die Anne-Frank-Bibliothek ist aus-, der Schlossverein eingezogen), das Gutshaus, auch Schloss genannt, um das sich rührige Geister in einem Förderverein sorgen, und ein paar geduckte Bauernhäuser - das ist alles. Erhält Alt-Hohenschönhausen im Bundeswettbewerb „Stadtumbau Ost“ den Zuschlag, könnten gerade das Denkmalensemble Gutshaus, alte Dorfschule, Taborkirche einerseits und das nach Aufwertung schreiende Umfeld andererseits enorm davon profitieren.